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7. November 2019

Sei da, wo du wirklich bist in deiner Persönlichkeitsentwicklung

Wenn wir mit Persönlichkeitsentwicklung beginnen, haben wir oft den Wunsch, bereits am Ende unserer Anstrengungen und Bemühungen angekommen zu sein. Dem großen Ziel, dem heiligen Gral, unserem einzigartigen und perfekten Selbst.

Und das ist verständlich. Zum einen starten wir diese Reise, um letztlich die Früchte daraus zu tragen und so scheint der Weg dahin wie das Hindernis zum Ziel. Zum anderen, und oft noch fataler, verwickeln wir unser Selbstbild in die Angelegenheit.

Irrungen und Wirrungen im Selbstkonzept

Es ist ganz menschlich, gut sein zu wollen in dem, was für mich wichtig ist. Ich bin in meinen Augen wertvoll und liebenswürdig, wenn ich mich als fähig erlebe. Und ich habe Angst, als Loser dazustehen, als Außenseiter, der es nicht auf die Reihe bekommt. Das höchste der Gefühle wäre der Beste zu sein. Dann würde jeder zu mir aufsehen, endlich erkennen wie cool ich bin und mein Leben würde endlich funktionieren.

Genau diese Dynamik erlebe und beobachte ich immer wieder in der Persönlichkeitsentwicklung. Bereits da sein zu wollen, wo ich noch nicht bin oder im Kopf Schwanzvergleiche anzustellen, wenn ich andere auf ihrem Weg beobachte.

Aber genau bei diesem Punkt verrennen sich viele. Wenn ich so handle, dann richte ich die Augen nach vorne und verneine, wo ich gerade stehe. Und für diese Verneinung zahle ich einen gesalzenen Preis. Anstelle mich mit dem Trott in meinem Kofferraum auseinanderzusetzen, trete ich aufs Gas und wundere mich, warum ich so langsam beschleunige. Dabei liegt das Gold, das ich suche, im Kofferraum, es ist bloß anfangs nicht als solches zu erkennen.

Die unberührten Tiefen unserer Psyche

Über was ich hier rede, sind z.B. Emotionen, die ich verweigere zu fühlen. Schmerz, Ärger, Traurigkeit oder Leid aus Erfahrungen, die mich tief verletzt haben. Zuzugeben, wie einsam sich ein Teil von mir gerade fühlt. Oder wie klein. Wie bedeutungslos. Wie minderwertig.

Wir wollen nicht in diesen Keller hinabsteigen, denn wir haben diese Reise nicht begonnen, um uns klein, einsam oder minderwertig zu fühlen. Wir haben diese Reise begonnen um uns groß und stark zu fühlen. Warum uns in diese düsteren Teile unserer Psyche hinabbegeben?

Das Problem ist, wenn wir sie weiter ignorieren, dann werden sie weiter aus dem Hintergrund heraus unser Leben bestimmen. Wenn ich mich diesen inneren Anteilen nicht zugewandt habe, dann ist es mir unmöglich, Kontrolle über sie zu gewinnen. Ich sehe immer nur die Oberfläche, eine kleine Quelle die sprudelt, und nicht das größere, unterliegende Problem.

Vor allem verschleiert die kleine Quelle oft ihren Ursprung. Beispielweise fühle ich mich von meinem Partner gereizt und verärgert, der Ursprung ist in Wirklichkeit aber ein grundlegendes Gefühl eigener Unfähigkeit. Und bei einem starken Trigger, bricht es dann unkontrolliert aus mir hervor.

Der einzige Weg ist, diese Teile nicht zu ignorieren, in sie hinabzutauchen und ihre Welt zu fühlen. Nicht in ihr unterzugehen, sondern sie zu fühlen. Als nun Erwachsener die jungen Anteile unserer Psyche zu berühren. Erst dann können wir wirklich lernen, neu mit ihnen umzugehen und einen alternativen Weg des Seins für uns aufzubauen.

Ein Todesstoß für die Offenheit

Der unverhältnismäßige Anspruch an mich, von Anfang an perfekt zu sein, killt auch jegliche Offenheit. Wenn ich nicht zugeben kann, dass ich etwas gerade nicht weiß, dann bleibe ich bei meinem Pseudoverständnis stehen. Wenn ich nicht sehe, wo ich gerade wirklich bin, wird sich mir kein Weg offenbaren, zu meinem gewünschten Ziel zu gelangen. Kurz und knapp: ich werde solange Zeit verschwenden, bis ich akzeptiere wo ich bin.

Ich weiß noch, wie ich damals das erste Mal in einem Workshop von Peter Ralston zu Bewusstseinsarbeit saß. Ich hatte genau diesen Anspruch an mich. Ich muss gut sein. Ich bin gut. Schließlich hatte ich mich bereits vor ein paar Jahren auf einen spirituellen Weg begeben. Was ich mir unbemerkt versucht habe, war meinen labilen Selbstwert auf diese Weise aufrecht zu halten und nicht fühlen zu müssen, wie klein und unbedeutend ich mich eigentlich gefühlt habe. Das war schade, denn so hatte ich am Anfang kaum die Offenheit zu schauen, über was in diesem Workshop wirklich geredet wurde. Stattdessen musste ich mich verteidigen und habe mein Pseudoverständnis als Schutzschild gegen alles verwendet, was ich als Kritik an mir gesehen habe. Denn das hätte mein Selbstbild zu sehr erschüttert.

Nehme deine persönliche Reise an

Ich hoffe, dass ich dich hiermit vor dieser Sackgasse bewahren kann und du nicht wie ich unnötig viel Zeit verlierst, bevor du da ankommst, wo du bist. Und keiner von uns braucht Sorge haben, mit etwas Weisheit sehen wir, dass, wenn wir einen Berg erklommen haben, sich der nächste vor uns aufbaut. Auf gut deutsch: wir werden immer scheiße sein, wenn wir anfangen an etwas zu arbeiten.

Wenn du nicht davon erstaunt bist, wie naiv du gestern warst,
dann stehst du still.

Wenn du nicht vom nächsten Schritt verängstigt bist,
sind deine Augen geschlossen.

Wenn du still stehst und deine Augen geschlossen sind,
dann träumst du nur, dass du wach bist.

Ein eingesperrter Vogel im grenzenlosen Himmel.

--Jed McKenna

Persönlichkeitsentwicklung gleicht der Heldenreise in der Mythologie. Es geht nicht nur darum, das große Ziel zu verwirklichen. Der Held lernt und wächst auf der Reise. Er lernt durch die Anstrengungen und das Mühsal, dass er überwindet. Es prägt ihn als Charakter. Und letztlich lässt ihn nicht das Ziel, sondern das was er investiert hat, zu einem besseren Menschen werden.

Jeder von uns hat seine ganz eigenen Heldenreise. Jeder von uns wird seinen ganz eigenen Weg gehen. Vergleiche sind deswegen sinnlos. Wenn wir uns dem annehmen, was in unserer ganz persönlichen Reise gerade bevorsteht, sind wir sehr viel besser bedient, als wenn wir mit wehmütigen Augen auf Orte blicken, die noch in der Ferne liegen.

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